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    Vorbilder Engel Atelier 6
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Die ersten Vorbilder, die wir als Kinder haben, sind die Eltern, Grosseltern, Erziehende, Erwachsenen. Später orientiert man sich an grossen Persönlichkeiten, die Ausser- gewöhnliches geleistet haben, das zum Fortschritt der Menschheitsgeschichte beigetragen hat. Solche Menschen haben ihr Leben in einzigartiger Weise für neue Erkenntnisse in den Wissenschaften, für die Gesundheit und Entwicklung der Allgemeinheit beigetragen. Zu diesen vielen Männern und Frauen gehören zB Hypokrates, Aristoteles, Pythagoras, Kopernikus, Paracelsus, Pierre und Marie Curie, Albert Einstein, Albert Schweitzer u.a.m. Hier ein kleiner Einblick

Paracelsus – ein grosser Arzt und Wegbereiter
Eine kleine Geschichte über sein Leben und Wirken für Kinder von 8 – 12 Jahren
2003: Erika Röthlisberger


Teufelsbrücke Wenn man von Einsiedeln her in Richtung Egg kommt, geht man beim Sihlsee links über den Waldweg in Richtung St. Meinrad. Nach der Teufelsbrücke, welche die Sihl überquert, steht das Geburtshaus von Paracelsus. Der Weg dahin führte damals durch Waldgebiet. Von daher kommt der Name Wald- weg und Paracelsus sagte einmal mit Recht: „Ich bin unter Tannenzapfen gross geworden.“ An diesem Haus ist eine Tafel angebracht und dort steht, dass er am 17. Dezember 1493
geboren ist.



Wie war seine Kindheits- und Jugendzeit?

Seine Eltern nannten ihn Philippus Aureolus. Später nannte er sich Theophrastus und in Briefen und Buchtiteln unterschrieb er meistens „Theophrast von Hohenheim“, manchmal mit dem Zusatz „genannt Paracelsus“. Sein Vater war Deutscher. Er war der Gemeindearzt von Einsiedeln und unterrichtete seinen Sohn selbst in Alchemie, Wundarzneikunst (Chirurgie) und Medizin. Er nahm ihn überall hin mit, auch wenn er zu Kranken gerufen wurde. Von seiner Mutter weiss man nur ganz wenig. Sie war eine Einheimische und starb sehr früh.

Einsiedeln war im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort. Man hatte harte und schwere Winter. Wenn der Frühling Schnee und Eis getaut hatte, zogen im Sommer viele Pilger zum Kloster. Pilger waren Männer, Frauen, Kinder, Arme, Reiche, Mönche, Nonnen, Könige, Bauern und Gelehrte. Nicht alle hatten den selben Grund, um eine Pilgerfahrt oder Pilgerwanderung zu machen. Aber viele gingen auf Pilgerwanderung, weil sie Busse taten oder Nöte hatten, die sie Gott an einem heiligen Ort vortragen wollten.
Es gab auch den Brauch, wenn man eine schwere Krankheit hatte, Gott zu versprechen, an einen bestimmten heiligen Ort zu wandern und dort zum Dank zu beten, wenn man geheilt würde. Um dieses Versprechen einzulösen, pilgerte man dann an diesen Ort. Einsiedeln gehörte auch zu diesen heiligen Pilgerorten. So kamen Pilger aus verschiedenen Ländern auch am Geburtshaus von Philippus Aureolus vorbei. Dort erhielten sie eine gute Suppe und konnten ihren Durst löschen. So sah das Kind schon früh fremde Gesichter, fremde Sitten und Gewohnheiten und hörte fremde Sprachen.

Nach dem Tode seiner Mutter zog Paracelsus, ca. achtjährig, mit seinem Vater nach Kärnten in Oesterreich. Dort ging er in die Klosterschule. Paracelsus war nicht nur sehr klug, er war genauso mutig, ausdauernd und voller Liebe zu Menschen, Tieren und zur Natur. Später schickte ihn sein Vater auf die Universität in Basel. Dann ging er in die Lehre der berühmtesten damaligen Chemisten, um Alchemie zu lernen. In Ferrara in Italien schloss er seine Studien ab, als Arzt für Medizin und Chirurgie. Damals gab es noch keine Diplome. Als Zeichen der Doktorwürde durfte man den roten Talar tragen, so auch Paracelsus. Er trug diesen Talar jedoch kaum, weil er nichts auf äussere Kleidung gab.

Wie war sein Leben als Arzt für Medizin und Chirurgie?

Wenn man einen Lehrabschluss gemacht hatte, ging man damals erst auf Wanderschaft, um Erfahrungen zu sammeln. Paracelsus wanderte durch ganz Europa, um Erfahrungen zumachen. Er nahm jede Gelegenheit wahr, um von anderen wie von Zigeunern, Kräuterfrauen, Badern, Henkern, Bauern, Fuhrmännern usw. dazuzulernen. Damals wurden auch viele Kriege geführt und Paracelsus wurde von den Tartaren gefangengenommen. Das waren sehr kriegerische Soldaten aus der Mongolei, die in Europe sehr gefürchtet waren. Trotz der Gefangenschaft tat er unermüdlich seine Arbeit als Feldarzt. Ein Feldarzt ist dazu da, die schlimmen Wunden, welche die Soldaten sich mit ihren Waffen wie Schwert, Gewehr und anderen mehr zufügen, zu behandeln. Er hatte so grosse Heilerfolge, dass er bald nicht mehr wie ein Gefangener, sondern wie ein heilbringender Gast beherbergt wurde.

In Paris konnte der junge Arzt Paracelsus einige schwere Krebsfälle, welche die Pariser Ärzte längst aufgegeben hatten, heilen. Aber die Pariser Doktoren wurden sehr eifersüchtig und neidisch. Sie verboten es, an der Pariser Universität Heilmittel und Methoden von Paracelsus anzuwenden. Wer das trotzdem tat, durfte nicht mehr Doktor sein. Paracelsus wurde beschimpft und weggeschickt.
So begann der Kampf, den Paracelsus sein Leben lang führte, weil er neues Wissen einbrachte und neue Zusammenhänge entdeckte, die den Menschen helfen sollten, gesund zu werden. Weil ihn kaum jemand verstanden hatte, bezeichnete er sich als „allein und fremd und anders“. Man nimmt an, dass Paracelsus sich für kurze Zeit überlegte, einen andern Beruf auszuüben. Denn in seinem Buch „Die grosse Wundarzney“ sagt er, dass er einen Spruch von Christus gefunden habe: „Die Gesunden bedürfen keines Arztes, allein die Kranken.“ Dieser Spruch hatte ihn so tief bewegt, dass er trotz Beschimpfung und Verfolgung Arzt bleiben wollte.

Auf seiner weiteren Wanderung war Paracelsus wieder Feldarzt auf Schlachtfeldern. Er war der erste Arzt, der auf den Schlachtfeldern auch Chirurgie, also Amputationen von Beinen usw. machte. Der grosse Arzt erkannte, dass das Heilen von Wunden, Chirurgie und Medizin zusammengehören, wenn man Heilerfolg haben wollte. So wurde Paracelsus zum Begründer der modernen Chirurgie.

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