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    Vorbilder Engel Atelier 6
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Haselnuss




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Eines Tages wurde er vom berühmten Buchdrucker Johannes Froben nach Basel geholt, weil dieser ein krankes Bein hatte, das ihm die Basler Ärzte amputieren wollten. Johannes Froben hatte von der Heilkunst Paracelsus gehört und tatsächlich konnte dieser ihm das kranke Bein heilen. Zum Dank sorgte Johannes Froben mit seinem grossen Einfluss dafür, dass Paracelsus Professor an der Universität Basel und zugleich Stadtarzt wurde. Mit grossem Elan machte sich Paracelsus an die Arbeit. Er unterrichtete die Studenten. Damals sprach man auf einer Universität obligatorisch Lateinisch, doch Paracelsus sprach „teutsch und teutlich“. Er wollte, dass alle ganz genau verstanden, was er sagte. Er erneuerte die Geschichte der Medizin, indem er die alten, nach seinem Wissen überholten medizinischen Lehrwerke öffentlich verbrannte. Das war eine seiner grössten Taten, denn es machte den Weg frei für neues Wissen, das Kranken mehr Heilung bringt. Doch das wollten die Ärzte von Basel nicht. Paracelsus musste flüchten.

Er kam nach Nürnberg. Damals trat eine sehr schwere, schmerzhafte Geschlechtskrankheit, Syphilis genannt, auf. Sie war bisher in Europa unbekannt und die Ärzte waren ratlos. Paracelsus konnte die Krankheit heilen und schrieb eine Schrift darüber. Doch es wurde verboten, diese zu drucken. Warum? Die reiche Handelsfamilie Fugger verdiente viel Geld mit der Guayak-Rinde, welche die Ärzte den Kranken gaben. Die Guayak-Rinde brachte den Kranken aber keine Heilung. Hätte die Schrift von Paracelsus gedruckt werden können, wäre keine Guayak-Rinde mehr verkauft worden und man hätte damit kein Geld mehr verdient. Also musste Paracelsus wieder weitergehen. Im Frühling 1534 wanderte Paracelsus durch das Oberinntal nach Innsbruck. Er hatte kein Geld und trug abgetragene Kleider. Der dortige Bürgermeister schickte ihn weg, denn er wollte nicht glauben, dass ein Mann in so abgetragener Kleidung, die von der langen Wanderung voller Strassenstaub war, ein Arzt sein kann.

Als Paracelsus in Sterzing im Tirol ankam, war dort gerade die grosse Pest-Seuche. Die Menschen bekamen schmerzhafte sogenannte Pestbeulen am Hals, unter den Achselhöhlen oder in den Leistenbeugen - und starben daran. Wiederum verstand es Paracelsus mit seinem grossen Wissen, eine schwere Krankheit zu heilen. Er gab eine Schrift heraus, worin er die Krankheit ganz genau beschrieb und erklärte, wie man sie verhindern und heilen kann.
Es gibt auch viele Alpensagen, in denen Paracelsus vorkommt. In diesen Sagen wird erwähnt, dass er immer sehr humorvoll war. Er betrachtete Fröhlichkeit als das beste Mittel, um bei den Kranken den fehlenden Lebensmut wieder zu wecken. Er verstand es, den Kranken mit Worten den Kummer aus den Herzen zu nehmen.
In Bad Pfäfers, das liegt bei Bad Ragaz, untersuchte er die Wirkung der heilenden Wasser, die tief in der Schlucht hervorquellen. Er war der erste, der eine Heilquelle wissenschaftlich untersuchte. Er verfasste eine Schrift darüber.

Damals gab es einen riesigen Unterschied zwischen Ärzten, die gelehrt waren und Wundärzten, die nicht gelehrt waren. Ärzte machten keine Chirurgie wie Amputationen usw. Das machten Wundärzte und das waren Leute wie der Bartscherer (Coiffeur), Schmied, Henker, Bader. Ihnen vertraute man sich an, wenn man Wunden hatte, die einem im Krieg zugefügt wurden. Man kannte auch den Zahnarzt noch nicht. Bei grossen Zahnschmerzen ging man zum Schmied, der die Hufe der Pferde beschlug. Der hatte eine grosse Zange und zog auch schmerzende Zähne aus. Selten war gerade ein Wundarzt da, wenn man Zahnweh hatte. Die Behandlung beim Schmied war aber sicher billiger.
siehe auch Atelier 7, Spontan-Theater: Zahnziehen beim Schmied

Paracelsus war der Überzeugung, dass Medizin und Chirurgie zusammengehören. Deshalb wurde eines seiner Hauptwerke, „Die grosse Wundarzney“, gedruckt. Damit gab er seine grossen chirurgischen Erfahrungen weiter.
Er lehrt: „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift, allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift ist.“ Essen wir zum Beispiel zuviel, dann wird uns übel, wir müssen gar erbrechen. Deshalb sollen wir gerade soviel essen, dass wir genug haben, dann ist es richtig.

Paracelsus war ein friedliebender Mann. Aber er trug immer das Schwert an der Seite. Dessen Knauf bildete eine hohle Kugel. Die Kugel war abschraubbar. In der Kugel drin hatte er seine berühmten Laudanumpillen, welche seine kostbarste, oft lebensrettende Arznei waren. Paracelsus war davon beseelt, den Kranken zu helfen und darum ein unermüdlicher Forscher. Er suchte immer nach den Zusammenhängen zwischen der Natur, den Sternen und den Menschen, um die Ursache von Krankheiten zu erkennen und bleibende Heilung zu bewirken.

Der Arzt ist für Paracelsus ein ritterlicher Held, der das Leben vor Krankheiten rettet, und er ist auch ein Priester. Ein Arzt soll unermüdlich den Wundern der Natur nachgehen und die geheimnisvolle Geschichte der Völker erforschen. Paracelsus sagte: „Ich erkläre, dass der Arzt vor allem Himmel und Erde kennen soll, ihre Materie, Art und Wesen.“ Dazu muss er eine entsprechende Begabung besitzen und sich unermüdlich auf sein hochgestecktes Ziel vorbereiten. Die Liebe zu allen Geschöpfen spornt ihn während seiner Ausbildung an. Dann fliesst ihm mehr und mehr göttliche Hilfe zu, die er für seine grosse Aufgabe braucht: „Denn Gott lässt sein Wort und sein Geheimnis nicht durch einen Falschen offenbar werden.“

1541 rief ihn Fürstbischof Ernst von Wittelsbach nach Salzburg zurück. Am 24. September 1541 ist er gestorben, vielleicht wurde er sogar ermordet, denn auf Bildern sieht man, dass sein Schädel ein Loch hat.

Paracelsus war von ungeheurer Energie und Schaffenskraft beseelt gewesen. Mit Recht wird er als das Wunder eines Arztes bezeichnet. Er wusste weit mehr, als man damals und auch heute auf den Universitäten lernen konnte und kann. Er wusste viele Geheimnisse über Pflanzen, Tiere, Steine und über die Sterne. Doch seine Werke über Medizin, Philosophie, Astrologie, Religion und Alchemie eignen sich nur für diejenigen, die wie er, ständig suchende Schüler der Natur bleiben wollen.

Gegenüber den Kranken war Paracelsus stets von grösster Fürsorge und Barmherzigkeit, er sagte: „Die höchste und wirksamste Arznei ist die Liebe!“


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Quellen
Braun, Lucien: Paracelsus
Geerk, Frank: Paracelsus
Hartmann, Franz: Theophrastus Paracelsus


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